Geschichte

Gründung des Hirzelheimes

Das Hirzelheim verdankt seine Entstehung der grosszügigen Schenkung eines Beitrags von Frau Elise Hirzel-von Schwerzenbach im Jahre 1911. Sie machte diese Schenkung zum Andenken an Dr. med. Johann Kaspar Hirzel (1751 – 1817), dem Stifter der Hülfsgesellschaft in Zürich. Dr. Hirzel war Stadtarzt von Zürich und setzte sich lebenslang für die Verbesserung des Loses der Behinderten ein, vor allem der Blinden und der Gehörlosen.

Die Schenkung erfolgte für die Gründung eines Heimes für gehörlose Frauen und die Schenkerin legte dazu folgende Bedingungen fest:
„Das Heim soll im Kanton Zürich errichtet werden, aber nicht in der Stadt, sondern in einer schönen, ruhigen ländlichen Gegend. Das Heim soll einfach, aber bequem und gemütlich eingerichtet werden, einen Zier- und Obstgarten sowie Land für Gemüsebau haben. Das Heim soll in Erinnerung an Johann Caspar Hirzel den Namen Hirzelheim tragen.“

Am 1. Dezember 1911 wurde der Verein für das Hirzelheim gegründet. Aus über einhundert zum Kaufe angebotenen Liegenschaften wurde das Haus zum Rosengarten in Regensberg, dem früheren Familiensitz der Familie Dr. med. Jakob Bucher ausgewählt. Im Jahre 1912 wurde mittels des Schenkungsbetrags diese Liegenschaft in Regensberg durch den Verein Hirzelheim erworben und seither wird in dieser Liegenschaft das von der Schenkerin gewünschte Heim betrieben.

Im Jahre 1970 errichtete der Verein für das Hirzelheim an seiner Stelle die Stiftung Hirzelheim Regensberg, welche die Aufgabe des Heimbetriebs und der Gehörlosenfürsorge übernahm und weiterführte.

Aus der Geschichte des Hirzelheimes

Am 4. Januar 1912 fand die Eröffnung des Heimes statt unter der damaligen Bezeichnung „Taubstummenasyl Hirzelheim“. Bei der Eröffnung lagen nur zwei Anmeldungen vor und in den folgenden Monaten kamen noch zwei weitere Frauen dazu. Die Aufnahme weiterer gehörloser Frauen scheiterte meist am Kostgeld von Fr. 1.–, das dannzumal für viele zu hoch war.

Im ersten Weltkrieg beherbergte das Hirzelheim bereits 22 Frauen. In den Anfangsjahren traten hauptsächlich junge gehörlose Frauen ins Hirzelheim ein. Man war bestrebt, ihnen eine Ausbildungsmöglichkeit zu bieten und ihnen den Schritt in die Selbständigkeit zu ermöglichen. Die Frauen arbeiteten in Haus und Garten mit. Viele Frauen blieben über Jahrzehnte im Hirzelheim und so gab es Bewohnerinnen, die über 60 Jahre im Hirzelheim lebten und dort ihre Heimat hatten.

Seit der Einführung der Invalidenversicherung ist die Schul- und Berufsbildung der Gehörlosen wesentlich ausgebaut worden. Dank einer gezielten Förderung ist der Gehörlose jetzt weitgehend selbständig und in der Lage, sein Leben aus eigener Verantwortung selber zu gestalten. Diese Entwicklung hatte starke Auswirkungen auf die Struktur des Hirzelheimes. Waren in der Anfangszeit die Bewohnerinnen abgesehen von der Gehörlosigkeit meistens körperlich und geistig gesund, kamen später immer öfters Aufnahmen von Gehörlosen vor, die wegen zusätzlichen Gebrechen auf Hilfe angewiesen waren.

Im Jahre 1987 wurde die Zweckbestimmung des Hirzelheimes den geänderten Verhältnissen angepasst. Seither ist das Hirzelheim ein Heim für hörbehinderte und für betagte Menschen.